| ZOOPHILIE : sexueller
Kontakt mit Tieren |
Sexuelle Verhältnisse zu Tieren werden sowohl in der westlich-christlichen, als auch in der arabisch-muslimischen Welt aus
sitten-moralischen Gründen nicht geduldet und auch tabuisiert. Es wird darüberhinaus auch vertreten, dass wer ein Tier als Mittel
zu seiner sexuellen Befriedigung benutze, verletze dessen Würde, ungeachtet dessen, ob das Tier Schmerzen bzw. Schaden erleide
(siehe Martin Liechti "Die Würde des Tieres"). Gerade deshalb ist Zoophilie in den letzten Jahren das Feld intensiver und diskutierter
Untersuchungen geworden.
Hani Miletski, eine Sexualtherapeutin, stellte in ihrer Dissertation 1999 fest, dass es Hinweise darauf gebe, dass Zoophilie
genau wie zum Beispiel Hetero- und Homosexualität eine echte sexuelle Orientierung sei, im Gegensatz zur bisherigen Lehrmeinung,
die sie für eine psychische Störung hält.
In der Zusammenfassung ihrer Untersuchung schreibt Andrea Beetz (2002), dass Zoophilie ein Ausdruck der Liebe, der Zuneigung und
der sexuellen Anziehung sein könne und nicht notwendigerweise ein Ausdruck von Aggression oder ein Trieb zur Dominanz sei,
wie bislang allgemein angenommen.
Für beide Studien wurden Zoophile mit Hilfe von Fragebögen und persönlichen Interviews untersucht. Während vor nicht langer Zeit
sämtliche sexuellen Mensch-Tier-Kontakte noch als ausnahmslos gewalttätig angesehen wurden, zeichnen neuere Studien ein
differenzierteres Bild. So sieht Joseph R. Rosenberger schon in einem passiven Verhalten des Tieres eine Zustimmung. Andere Autoren
berichten, Tiere könnten den sexuellen Akt durchaus genießen (Hani Miletski und Andrea Beetz) oder ihn sogar selbst herbeiführen
(Midas Dekkers, 1994). Ein gängiger hierfür benutzter Fall sind Rüden, die sich ihrem Sexualtrieb folgend am Bein ihres Herrchens
bzw. Frauchens zu reiben versuchen, wobei der Hundebesitzer dies gewährt oder – in der Regel – unterbindet.
Peter Singer, ein australischer Philosoph, glaubt, dass die Zugehörigkeit eines Lebewesens zu einer bestimmten Gattung allein nicht
von moralischer Relevanz sein kann. Er hält daher sexuelle Mensch-Tier-Kontakte, solange sie gegenseitig zufriedenstellend seien,
für akzeptabel. Nicht bewiesen werden konnte bislang die beiderseitige Zufriedenheit zwischen Menschen und Tier.
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